POM — Polyoxymethylen (Acetal)
Polyoxymethylen (Acetal)
POM (Polyacetal) ist ein teilkristalliner Thermoplast mit ausgezeichneten Gleiteigenschaften, hoher Ermüdungsbeständigkeit und bemerkenswerter Maßhaltigkeit. Es ist die Referenz für mechanische Präzisionsteile (Zahnräder, Clips, Führungen), doch sein enges Temperaturfenster erfordert eine sorgfältige Prozessführung.
- Werkzeugtemperatur: 80-120°C
- Massetemperatur: 190-220°C
- Schwindung: 1.8-2.5%
- Dichte: 1.41-1.42
- Hersteller-Typen: Delrin 500P (DuPont), Hostaform C9021 (Celanese), Ultraform N2320 (BASF)
Verarbeitung
POM ist kaum hygroskopisch: Eine leichte Trocknung ist optional. Das Temperaturfenster ist eng (190 bis 220 °C): niemals 220 °C überschreiten oder die Verweilzeit verlängern, da sonst der Abbau Formaldehyd freisetzt (Gas, schwarze Punkte, Brandstellen). Das Werkzeug zwischen 80 und 120 °C temperieren und die hohe Schwindung (1,8 bis 2,5 %) durch sorgfältigen Nachdruck ausgleichen, um Einfallstellen und Verzug zu begrenzen.
Vorteile
- Ausgezeichnete Gleiteigenschaften und niedriger Reibungskoeffizient
- Sehr gute Ermüdungs- und Verschleißbeständigkeit
- Bemerkenswerte Maßhaltigkeit (geringe Feuchteaufnahme)
- Gute Beständigkeit gegen Kohlenwasserstoffe, Lösemittel und Biegeermüdung
Grenzen
- Enges Temperaturfenster: Abbau und Formaldehyd oberhalb 220 °C
- Hohe Schwindung (1,8 bis 2,5 %), neigt zu Einfallstellen und Verzug
- Geringe Haftung: Kleben und Lackieren ohne Vorbehandlung schwierig
- Empfindlich gegen starke Säuren und UV ohne Stabilisator
Häufige Spritzgussfehler
- Einfallstellen — Hohe Schwindung: Nachdruck und Nachdruckzeit erhöhen, Rippenstärke prüfen
- Schwarze Punkte — Thermischer Abbau: Massetemperatur unter 220 °C senken und Zylinder spülen
- Brandstellen — Überhitzung oder zu lange Verweilzeit: Temperatur senken und regelmäßig spülen
Typische Anwendungen
Zahnräder, Lager, Federn, Clips, Präzisionsteile